Von der industriellen Revolution an hat sich die Beziehung vom Menschen zur Ernährung stetig verschlechtert. Heute isst man meistens nicht mehr, um Energie aufzunehmen, sondern aus Spass, aus Langeweile, aus Gewohnheit.

Ausserdem war die Nahrungsbeschaffung immer mit physischer Aktivität verbunden, während unserer gesamten evolutionären Geschichte. Untrennbar. Hast du Hunger? Gut, dann greif dir den Speer oder schnapp dir Pfeil und Bogen und los geht`s auf die Mammutjagd! Oder aber wandere stundenlang durch den Wald auf der Suche nach ein paar Beeren.

Das haben wir für Millionen von Jahren gemacht, und diese Informationen sind in unserer DNA gespeichert [1]. Unsere Gene wurden spezifisch danach selektioniert, intensive physische Aktivität, wie die Jagd, auszuführen, um das Überleben der menschlichen Spezies zu sichern.

Ich will damit nicht sagen, dass du dir eine Falle kaufen und dich im den nächsten Wald auf die Lauer legen sollst, jedenfalls nicht, wenn du keine Probleme mit dem Gesetz haben willst. Ich erklär gleich, worauf ich hinaus will.

DER SPARSAME GENOTYP

Was in unserer DNA gespeichert wurde, sind die stetigen Perioden von Fasten und Überfluss an Essen. Nach dieser Theorie, die vor über 30 Jahren von angesehenen Wissenschaftlern rund um Frank Booth entwickelt wurde, hat der Homo Sapiens metabolische Prozesse entwickelt (enzymatische Aktivität, Insulinsekretion, Fetteinlagerung, Entleerung und Auffüllen von Muskelglykogen) die genau dieses Essverhalten von Fasten und Überfluss an Essen wiederspiegeln [1].

In ein paar wenigen Worten: unsere Gene tendieren dazu, möglichst viel Energie aus allem zu ziehen, das wir konsumieren, um es in muskuläres Glykogen zu verwandeln oder aber als Fett abzuspeichern, das in den kommenden Hungerphasen ein perfekter Vorrat an Energie darstellt [1,2].

Dieser Mechanismus, der kontrolliert wird von unseren Genen und dort fest verankert ist, hat mal unser Überleben garantiert. Aber heute, da der Konsum gesichert ist (zumindest in den industrialisierten Ländern), ist es ein doppeltes Schwert. Nach dieser Theorie ist eben dieser Mechanismus dafür verantwortlich, dass das Übergewicht eine Epidemie zu sein scheint- und wenn wir die aktuellen Datenerhebungen anschauen, dann sehen wir, dass das leider die Realität ist [2].

Nicht nur Fettleibigkeit, sondern überhaupt die Uneinheitlichkeit zwischen unseren Genen und dem westlichen Lebensstil fördert die Entwicklung aller chronischen degenerativen Erkrankungen [2].

Brauchen wir wirklich soviel Nahrung? Oder ist das Argument, das wir 365 Tage im Jahr um die 2000 Kalorien pro Tag brauchen vielleicht nur eine Erfindung, um den Konsum zu garantieren? Und was ist mit der Ernährungspyramide die wir alle haben auswendig lernen müssen?

Komm und finde es heraus mit Evoplus.

REFERENZEN

1. Manu V. Chakravarthy and Frank W. Booth. Eating, exercise, and “thrifty” genotypes: connecting the dots toward an evolutionary understanding of modern chronic diseases. J Appl Physiol 96: 3–10, 2004.
2. Frank W. Booth and Simon J. Lees. Fundamental questions about genes, inactivity, and chronic diseases. Physiol Genomics 28: 146–157, 2007.