Das kollektive Bewusstsein hält Krafttraining für etwas Oberflächliches, Narzisstisches und manchmal auch Krankhaftes, was vorallem den Dopingfällen zu verdanken ist. Denn in Wahrheit ist es ziemlich das Gegenteil von all dem, was behauptet wird.

Krafttraining bedeutet Gesundheit, psychisch- und physisches Wohlbefinden, Prävention und vorallem ist es ein Gegenschlag zur Eindämmung aller altersbedingten Schädigungen unseres Körpers.

Indem wir in ein Fitnessstudio gehen und Gewichte heben- organisiert, auf Sicherheit bedacht und ohne Medikamente zu konsumieren- legen wir an Muskelmasse zu. Muskeln sind ein wertvolles Gut, vorallem im Seniorenalter wird dies besonders ersichtlich.

Wenn ein Mensch auf die 50 zugeht, beginnt er, kostbares Muskel- und Knochengewebe zu verlieren. Bedingt wird dies durch unsere sitzenden Tätigkeiten, altersbedingte Pathologien oder einfach durch den physiologischen Alterungsprozess, der von Motoneuronen und dem Hormonsystem beeinflusst wird.
Wenn du tatsächlich denkst, Muskeln hätten nur eine ästhetische Funktion, dann irrst du dich gewaltig und ich empfehle dir, deine Vorurteile abzulegen um ein glückliches Leben im Alter führen zu können.

Aber warum sind Muskeln so wichtig?
Muskeln erlauben es uns, mit unserer Umwelt zu interagieren, uns zu bewegen, Essen zu verdauen, zu atmen und sie leisten der Schwerkraft Widerstand. Das Herz ist ein Muskel, der dank kontinuierlicher Kontraktionen unablässig Blut durch unseren Körper pumpt.

Muskelgewebe fungiert als Zuckerdepot in Form von Glykogen, was einen stabilen Blutzucker garantiert und damit vor Krankheiten schützt, wie dem gefürchteten Typ 2 Diabetes.

Muskeln schützen die Gelenke durch statische und dynamische Unterstützung und verhindern die Degeneration von Bändern und Knorpel.

Muskelgewebe ist ein metabolisch aktives Gewebe, das es uns erlaubt, Kalorien zu verbrennen und Fettsäuren zu oxidieren, und damit den Ausbruch von Stoffwechselerkrankungen und Fettstoffwechselstörungen und übermäßige Akkumulation von subkutanem und viszeralem Fett wirksam unterbindet.

Wenn die Muskeln durch ein gutes Krafttraining aktiviert werden, stimulieren sie ihrerseits Rezeptoren in den Knochen, welche die Bildung von neuem Knochengewebe veranlassen. So kann durch Krafttraining Osteoporose verhindert werden.

Darüber hinaus stimuliert Krafttraining die endogene Testosteron-Produktion bei Männern wie bei Frauen. Testosteron ist auch als das Hormon der Jugend bekannt, und sein Spiegel im Blut beginnt ab 50 stetig zu sinken.

Diese und viele andere physiologische Funktionen werden von deinen Muskeln durchgeführt. Vergiss den schlechten Ruf des Krafttrainings, der Hanteln und Stangen, und lerne, deine Muskeln zu respektieren, zu ehren und zu lieben- denn sie bedeuten Leben.